
Studien zeigen, dass der Schlaf nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) eine wichtige Rolle in der Neurorehabilitation spielt. Ein gesunder Schlaf fördert die Neuroplastizität, kann zu einem besseren Lernen und Gedächtnis beitragen und die Leistung bei motorischen Aufgaben fördern.
Schlaganfall und Schädel-Hirn-Trauma: Welche Rolle spielt der Schlaf?
Nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma entwickeln sich häufig Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit, schlafbezogene Atmungsstörungen oder das Restless-legs-Syndrom. Schlafstörungen können die Rehabilitation und funktionelle Erholung negativ beeinflussen.
Ausreichend langer und erholsamer Schlaf ist in der akuten und subakuten Phase nach einem Schlaganfall wichtig für die kurz- und langfristige Erholung. Eine Studie konnte nachweisen, dass sich ein ausgewogenes Schlafverhalten positiv auf die kognitiven Fähigkeiten von Patienten auswirkt.
Die Förderung des Schlafes sollte Teil der Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma sein. Kognitive Verhaltenstherapie kann Patienten helfen, mit der neuen Situation umzugehen und Strategien für einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus zu finden.
Zusätzlich können einfache Tricks aus der Schlafhygiene genutzt werden, um den Schlaf-Wach-Rhythmus zu fördern und damit die Lebensqualität zu steigern.
9 Tipps für einen erholsamen Schlaf nach einem Schlaganfall
- Schalten Sie mögliche Lärmquellen aus. Smartphone, Tablet und Co. sollten aus dem Schlafzimmer verbannt werden. Im Krankenhaus oder der Reha-Einrichtung kann das Smartphone in einem Kasten verstaut werden.
- Schließen Sie Vorhänge, Jalousien oder Rollos und entfernen Sie künstliche Lichtquellen wie blinkende Uhren aus dem Blickfeld.
- Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre im Schlafbereich. Zu Hause können Vorhänge oder Naturtextilien genutzt werden, um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Im Krankenhaus spenden gewohnte Gegenstände oder Bilder aus den eigenen vier Wänden Geborgenheit.
- Prüfen Sie die Nebenwirkungen von Medikamenten. Manche Medikamente können den Schlaf beeinflussen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Möglichkeiten den Schlaf zu verbessern.
- Verzichten Sie abends auf Koffein, Alkohol und schweres Essen.
- Reduzieren Sie Zeit vor Bildschirmen. Vor allem in der Stunde vor dem Schlafengehen sollten Sie Aktivitäten abseits von technischen Geräten wie Lesen bevorzugen.
- Verbringen Sie nach Möglichkeit jeden Tag zumindest eine halbe Stunde an der frischen Luft. Natürliches Licht hilft dem Körper den Schlaf-Wach-Rhythmus zu koordinieren.
- Finden Sie ein Abendritual. Regelmäßige Rituale signalisieren dem Körper, dass es Zeit zum Entspannen ist. Beispiele sind ein warmes Bad, Lesen, Entspannungsmusik oder leichte Mobilisationsübungen.
- Hineinsteigern in Schlafprobleme hilft nicht. Besser ist Ablenkung wie beispielsweise die Konzentration auf die Ein- und Ausatmung oder das Erlernen von Entspannungstechniken.
Nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma kann es normal sein, dass der Schlaf einige Zeit braucht, um wieder einen natürlichen Rhythmus zu finden. Hören Sie gut auf Ihren Körper und geben Sie ihm genügend Zeit zur Regeneration.
Bei länger andauernden Problemen sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Möglichkeiten den Schlaf zu verbessern.
Autorin: Michaela Partel
Quellen:
Narrative review of sleep and stroke, 2020
Sleep Medicine: Stroke and Sleep, 2018
The role of sleep in recovery following ischemic stroke: A review of human and animal data, 2016
Correlation between sleep and cognitive functions after hemispheric ischaemic stroke, 2008
Evolution of sleep and sleep EEG after hemispheric stroke, 2002
