
Motivation in der Physio- und Ergotherapie: Die Rolle von Gesundheitsdaten
Nach einem Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma haben Patienten häufig mit verschiedenen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Abgesehen von den körperlichen Einschränkungen muss die neue Lebenssituation psychisch und emotional verarbeitet werden.
Viele Patienten sind nach einem Schlaganfall mit emotionalen Problemen konfrontiert. Geringes Selbstwertgefühl, Lethargie oder fehlende Motivation sind häufig. Auch Depressionen und/oder Angstzustände können auftreten. Trotz psychischer und emotionaler Probleme müssen die Patienten aktiv an ihrer Genesung mitarbeiten.
Ergo- und Physiotherapeuten als “Motivators” im Rehabilitationsprozess
Gesundheitsdaten sind die Antwort
Objektive Therapiedaten können die Kommunikation für die Therapeuten vereinfachen. Fortschritte können mit Hilfe der Visualisierung einfach an die Patienten kommuniziert werden. Die Fortschritte zu sehen fördert die Motivation weiterzumachen.
Insbesondere in aussichtslos erscheinenden Situationen kann es helfen, Patienten die Fortschritte seit Beginn der Therapie, monatlich oder wöchentlich vor Augen zu führen.
Alle robotischen und sensorischen Rehabilitationsgeräte von Tyromotion arbeiten mit TyroS, einer ausgeklügelten Therapiesoftware. Die integrierte Software wurde von und mit Therapeuten entwickelt und nutzt Gamification, Virtual Reality sowie Therapiedaten, um den Rehabilitationsprozess zu fördern.
Therapie soll Spaß machen und motivieren
Spiele wie Pac-Man und Asteroids sind nicht ohne Grund immer noch beliebt. Spiele spornen uns zu besseren Leistungen an und motivieren uns, immer höhere Ziele zu setzen. Ein Wettbewerb, auch gegen sich selbst, kann ein entscheidender Motivator sein.
Durch den Einsatz von Gamification werden monotone Bewegungsabläufe in spielebasierte Therapieprogramme integriert. Positives Feedback oder das Schlagen der eigenen Bestleistung ermutigen zum Weitermachen.
Neben dem sofortigen Feedback beim Spielen können Therapeuten ein umfassenderes Bild des Fortschritts vermitteln. Tägliche, wöchentliche oder monatliche Analyseberichte helfen Patienten dabei, ihre Erfolge besser zu visualisieren.
Da moderne Rehabilitationstechnologie softwarebasiert ist, lässt sich die Anpassung von Behandlungsplänen einfach umsetzen. Therapeuten können mit leichteren Übungen beginnen und individuelle Programme auf Basis der Fähigkeiten und des Fortschritts des Patienten entwickeln.
Diese Geräte ermöglichen es den Patienten außerdem, die Therapie in ihrem eigenen Tempo zu durchlaufen. Wenn ein Patient bereit ist, kann der Therapeut den Schwierigkeitsgrad jeder Aufgabe an die individuellen Bedürfnisse des Klienten anpassen. Die Anpassung des Schwierigkeitsgrads kann den Therapeuten auch dabei helfen, Patienten durch eine schrittweise Erhöhung der Anforderungen zu „fördern“.
Fortschritte in der Ergo- und Physiotherapie visualisieren
Das Wiedererlernen des Gehens oder das Ausführen bestimmter Alltagsaufgaben ist oft ein langsamer und frustrierender Prozess. Deshalb benötigen Physio- und Ergotherapeuten jedes verfügbare Instrument, um Patienten zu motivieren und aktiv einzubinden. Neben der Gamification in der Therapie können sensorbasierte Geräte hilfreiches Feedback liefern, das Patienten zusätzlich anspornt.
Die Sensortechnologie erfasst Patientendaten, die mit bloßem Auge nicht unbedingt sichtbar sind. Therapeuten können diese Daten nutzen, um den Therapieprozess zu planen und zu bewerten.
Durch die Darstellung von Zahlen und Infografiken können Behandler besser mit Patienten kommunizieren. Diese Momentaufnahmen des schrittweisen Fortschritts helfen Patienten, Entwicklungen zu erkennen, die sie im Alltag nicht unmittelbar wahrnehmen. Das kann Hoffnung geben, wenn diese verloren scheint, und motiviert dazu, weiterzumachen.
Ob durch Diagramme, Balkendiagramme oder reine Zahlen – das Visualisieren von Fortschritten kann ein starker Motivator sein. Laut einer Studie spielen „die Wahrnehmung der Therapie durch den Patienten hinsichtlich ihrer Relevanz für den Alltag, das empfundene Potenzial zur Verringerung von Einschränkungen und zur Verbesserung der Lebensqualität eine Rolle für die Motivation“.

Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs) neu erlernen
Robotikgestützte Technologien können Patienten mit verschiedenen Beeinträchtigungen unterstützen, die sogenannten Aktivitäten des täglichen Lebens (ADLs) wieder zu erlernen.
Sensorgestützte Geräte wie Pablo, Pablo Lower Extremity oder Tymo liefern Daten zu Kraft, Symmetrie oder Beweglichkeit. Die Daten beurteilen u.a. folgende Faktoren:
- Gesamtbewegung
- Beugung und Streckung der Gliedmaßen
- Ausgeübte Kraft
- Analyse des Gangbilds
- Asymmetrien im Gangbild
- Stabilität und Koordination
Neurologische Vorfälle wie ein Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma verändern das Leben grundlegend. Patienten müssen sich in die neue Lebenssituation einfinden und aktiv am Rehabilitationsprozess mitarbeiten.
Moderne Technologien sind eine willkommene Abwechslung im Therapieprozess. Monotone Bewegungsabläufe werden in Therapiespiele verpackt, machen so mehr Spaß und fördern die Motivation von Patienten und Therapeuten. Therapie kann effektiv und kurzweilig sein.
Quellen:
Emotional & Behavioral Effects of Stroke
Design strategies to improve patient motivation during robot-aided rehabilitation (2007)