Home Blogpost Teamspirit: Wie ein multidisziplinäres Team die Neurorehabilitation verbessert
Teamspirit: Wie ein multidisziplinäres Team die Neurorehabilitation verbessert
Blogpost
27. Dezember 2022 4 minutes
Home Blogpost Teamspirit: Wie ein multidisziplinäres Team die Neurorehabilitation verbessert
Gruppe von 6 Personen – Physiotherapeuten und Mitarbeitende im Gesundheitswesen
Slinky Background

Kein Rehabilitationsprozess gleicht dem anderen. Insbesondere in der neurologischen Rehabilitation arbeiten viele verschiedene Disziplinen zusammen. Das gemeinsame Ziel: Größtmögliche Unabhängigkeit und Lebensqualität für den Patienten bzw. die Patientin.
Mögliche Krankheitsbilder im Bereich der neurologischen Rehabilitation sind Schlaganfall, Multiple Sklerose (MS), Zerebralparese, Rückenmarksverletzungen oder Schädel-Hirn-Trauma.

Ein multidisziplinäres Rehabilitationsteam umfasst viele qualifizierte Gesundheitsfachkräfte aus verschiedenen Fachbereichen – alle mit dem Ziel, Patienten bei ihrer Genesung zu unterstützen.

 

Was ist ein multidisziplinäres Team?

Ein multidisziplinäres Team bringt mehrere Fachdisziplinen zusammen. Ärzte, Therapeuten und Pflegepersonal unterstützen sich gegenseitig mit ihrem Wissen und Kompetenzen. Die Kombination verschiedener Ansätze in der Rehabilitation kann zu besseren Ergebnissen führen.

Jeder Patient ist anders und hat andere Vorlieben. Das trifft auf sämtliche Lebensbereiche zu, somit auch auf die Rehabilitation. Hier ist es gut, wenn man auf unterschiedliche Disziplinen zurückgreifen kann. Beispielsweise helfen Fortschritte in der Physiotherapie dem Patienten auch in der Ergotherapie und umgekehrt.

Untersuchungen haben gezeigt, dass jene Patienten, die nach einem Schlaganfall von einem multidisziplinären Team betreut wurden, ein Jahr nach dem Vorfall eine größere Wahrscheinlichkeit hatten, wieder unabhängig zu Hause leben zu können.

 

Die Rollen im Neuroreha-Team

Ein multidisziplinäres Team setzt sich, abhängig von den Schwerpunkten der jeweiligen Einrichtung aus Ärzten, Ergo-, Physio- und Sprachtherapeuten, Pflegepersonal und Verhaltenstherapeuten zusammen.

  • Ärztinnen und Ärzte: Medizinerinnen und Mediziner können auf physikalische Medizin, Rehabilitation, Neurologie oder Neurochirurgie spezialisiert sein. Ihre umfassende Ausbildung und breite Erfahrung tragen dazu bei, Betroffene bestmöglich zu behandeln. Darüber hinaus können Ärzte die Pflege und Genesung überwachen, Empfehlungen für den Behandlungsverlauf geben und Medikamente verschreiben.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutinnen und -therapeuten arbeiten mit den Betroffenen gemeinsam am Aufbau von Kraft, Verbesserung des Bewegungsumfangs und der funktionellen Mobilität sowie der Schmerzlinderung.
    Ergotherapie: Die Ergotherapie zielt darauf ab, den Patienten zur selbstständigen Alltagsbewältigung zu befähigen. Die sogenannten Aktivitäten des täglichen Lebens, wie Anziehen, Essen oder Köperpflege spielen dabei eine wichtige Rolle.
    Logopädinnen und Logopäden arbeiten daran, die Fähigkeit der Patienten zum Sprechen, Essen und Schlucken zu verbessern. Insbesondere bei Aphasie ist Sprachtherapie ein wichtiger Baustein.
  • Pflege: Pflegepersonal ist während der Rehabilitation in vielfältiger Weise präsent. Neben klassischen Pflegetätigkeiten zählen zu den Aufgaben der Pflegefachkräfte auch generelle Aufklärung über die Neurorehabilitation und die generelle Gesundheit des Betroffenen. Je nach Zustands eines Patienten können regelmäßige Hausbesuche durch Pflegekräfte oder eine 24-Stunden-Betreuung veranlasst sein. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen oder Beeinträchtigungen können Pflegerinnen und Pfleger wichtige Anlaufstellen für Betroffene sein.
  • Therapeuten für Verhaltenstherapie: Eine neurologische Erkrankung oder Verletzung kann das Leben eines Patienten vorübergehend aus den Fugen heben. Verhaltenstherapie, als eine spezielle Form der Psychotherapie, kann dabei unterstützen, mit den neuen Lebensumständen umzugehen. Geschulte Therapeutinnen und Therapeuten sind auch die richtige Anlaufstelle bei psychologischen Problemen, beispielsweise nach einem Schädel-Hirn-Trauma.
Eine junge Frau, die anscheinend Therapeutin oder Ärztin ist, spricht mit einer kranken alten Frau

Familie und Freunde als Unterstützer in der Rehabilitation

Familienangehörigen und Freunden kommt eine spezielle Rolle im Team der Neurorehabilitation zu. Sie bieten emotionale Unterstützung, ermutigen und motivieren den Patienten, sind eine willkommene Ablenkung oder Sorgen für Entspannung durch ihre Anwesenheit.

Familie und Freunde unterstützen den Patienten im Übergang zwischen den einzelnen Rehabilitationsphase und können bei täglichen Aktivitäten zu Hause helfen. Des Weiteren können Angehörige Patienten auch zu Terminen und Therapien begleiten.

Je bunter umso besser! Zusammengefasst kann gesagt werden, dass Patientinnen und Patienten von einem multidisziplinären Team aus Ärzten, Therapeuten, Pflegepersonal sowie Angehörigen und Freunden in der Neurorehabilitation profitieren.